Selbstverteidigung

 

 

 

Entwicklung der waffenlosen Anwendungen:

 

 

CADENA DE MANO : Die ursprüngliche Form auf den Philippinen – es handelte sich hier um sehr radikale, asiatische Selbstverteidigungsmethoden (teils uralte protomalaiische, aber auch spanisch beeinflußte Methoden) – u. a. wie man mit seinem Messer gegen einen unbewaffneten Gegner narrensicher vorgeht. Nach 1900 mischten sich diese Methoden mit der als Volkssport aufkommenden Affinität der Filipinos fürs Herumboxen nach amerikanischem Vorbild, unter Beibehaltung ihrer eigenen technischen Konzepte. (beeinflußt durch Militärmeisterschaften von auf den Philippinen stationierten US-Truppen)

CADENA DE MANO/PINOY-BOXEN: Sehr erfolgreiche Anwendung beim Profiboxen durch nach Amerika ausgewanderte Filipinos, aber auch zur Selbstverteidigung bei Barschlägereien, u.a. durch Max Sarmiento in den vierziger bis sechziger Jahren, Einflüsse von verschiedenen alten Pinoyboxern innerhalb der philippinischen Gemeinde in Stockton-Kalifornien.

CADENA DE MANO/PINOY-BOXEN Anwendung von Rene Latosa beim Militärboxen in der US-Army und zum Unterricht von Profiboxern, sowie als wichtiger Teil innerhalb des Escrimatrainings – eher lose Übungsstruktur, trotzdem aber sehr wirkungsvoll, sofern die Konzepte von talentierten Freaks hartnäckig geübt wurden.

CADENA DE MANO/PINOY-BOXEN Anderthalb Jahrzehnte Anwendung in der Sicherheitsbranche im Bereich Veranstaltungssicherung und bei Rausschmeißer- tätigkeiten. Besonders anwendungsbezogenes Training und Tuning der Methoden durch Bernd Schubert – speziell zur Kontrolle und Beherrschung von Gewaltszenarien (teils zusammen mit Rene Latosa), sowie zur gezielten Ausbildung von Angehörigen von Sondereinsatz-Kommandos und Mobilen Einsatz-Kommandos der Polizei, US-Marines und der Statepolice in Kalifornien – insgesamt über einen Entwicklungszeitraum von mittlerweile 25 Jahren.

ETF-Combat-Escrima zeitgemäße, überwiegend waffenlose Selbstverteidigung, letztlich auf der Basis der alten Cadena de Mano / Pinoyboxtechniken. Klassische, letztlich sehr komplexe Programminhalte – mit einer anspruchsvollen und sehr gut durchstrukturierten und zeitgemäßen Trainingsmethodik – dadurch ein hoher Grad an Erlernbarkeit auch für Laien und besonders hohe Wirksamkeit bei Schlägereien, bei gleichzeitig sehr guter Dosierbarkeit für harmlosere Szenarien. Sehr viele realitätsnahe Sparringsübungen. Die sogenannten Skirmpraxisprogramme sind darüber hinaus ganz speziell auf dieprofessionellen Erfordernisse von Sicherheitskräften ausgerichtet. Ihnen liegt eine über 25jährige Praxiserfahrung in Deutschland zu Grunde.

Selbstverteidigung und Waffen

Zunächst mal das: Wer im Umgang mit Waffen nicht geübt ist, hat im Ernstfall gegen sie kaum eine Chance. Unangenehm, aber wahr. Andernfalls könnten Boxweltmeister ja auch automatisch jede Fechtmeisterschaft gewinnen, und das können sie eben nicht. Da nun aus einer unbewaffneten Auseinandersetzung jederzeit eine bewaffnete werden kann – und umgekehrt -, ist eine starre Trennung von bewaffneter und unbewaffneter Kampfkunst aus Escrima-Sicht nicht sehr vernünftig. Deshalb beschränken wir uns im Escrima auch nicht darauf, bloße, einzelne Techniken zu unterrichten. Ziel ist es vielmehr, den Schüler die grundlegenden Mechanismen menschlicher Auseinandersetzungen begreifen zu lassen – und ihm dann ein Konzept des Kämpfens an sich zu vermitteln, das auf jede Konfliktsituation, bewaffnet wie unbewaffnet, angemessen anwendbar ist. Der Kern dieses Konzeptes sind fundamentale Prinzipien, die uns helfen, im Kampf die nötige Balance und Gelassenheit zu behalten, im richtigen Moment die erforderliche Kraft freizusetzen, und den Angreifer durch ausgefeilte Bewegungen und durchdachte Beinarbeit zu besiegen. Im Training beginnt man dabei von Anfang an auch mit der Handhabung von kurzen Übungsstöcken, die als Stellvertreter für unterschiedlichste Waffen dienen. Sparringsübungen mit Schutzausrüstung gehören nach kurzer Zeit auch mit zum Training. Denn nur was sich wie aus der Übung umsetzen lässt, lohnt sich zu trainieren. Diese Lehrkonzepte sind wesentlicher Bestandteil des Escrima, das die raffinierten Trainingsmethoden der alten Stockkämpfer der Visaya-Inseln(Philippinen) fortführt, die auf den Erfahrungen und Traditionen vieler Jahrhunderte beruhen und einer der wichtigsten Gründe für die außerordentliche Wirksamkeit dieser Kampfkunst und die Erfolge ihrer Vertreter sind.

Escrima Training Federation © 2015